Nicht nur Pannen

Tom Heyartz

Von Koblenz nach Bremen

Die beinahe schon erwartete (man will ja schließlich mitreden) Bahnkatastrophe rollt dann in Koblenz in den Bahnhof.

Um etwas Komfort genießen zu können, haben wir von Koblenz nach Bremen erste Klasse gebucht. Die einfahrenden Wagons sind uralt. ICE der ersten Generation, vielleicht sogar als ICE kostümierte alte Wagons aus der Ära der D-Züge (Kölle Alaaf).

Zwei Wagons der ersten Klasse sind defekt und dürfen nicht mit Passagieren der ersten Klasse „bestückt“ werden. Damit sind unsere Reservierungen futsch.

Und wir sind nicht alleine. Passagiere für zwei Wagons ohne Sitzplatz. Dazu kommt, dass der Zug überfüllt ist.

Was bleibt sind vier Sitzreihen hinter dem Bordbistro und vier Abteile, die keine stehenden Passagiere aufnehmen können. Auf de Gängen versammeln sich dann die Reisenden der ersten Klasse und fahren stehend, oder auf den Koffern und Armlehnen der anderen Passagiere sitzend, gegen Norden. Zeitungen? Service am Platz? Natürlich nicht.

Es ist Mainstream darüber zu reden, die Bundesbahn funktioniere nicht. Aber irgendwie stimmt es dann doch und manchmal doch irgendwie nicht.

Tom Heyartz

Das Gute daran

Wer sich arrangieren muss, kommuniziert. Aus zweckgebundener Kommunikation wird Unterhaltung. Zum ersten Mal seit langem reisen wir wieder in einem Zug, in dem nicht jeder in sein Buch oder auf sein Tablet schaut und man sich in Schweigsamkeit verliert. Fast schon ein Retrotrip. Und daher nicht weiter tragisch.

Ernsthaft: Schaut mal auf die Fotos. Beinahe jeder kommuniziert mit seinem Smartphone!

 

Fotos

Bilder:

  • T. Heyartz, S. Heyartz, MaxPixel. Lizenzen: CC BY-SA 3.0 DE,

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